Anarchistisch-Syndikalistische Jugend Duisburg http://asjdu.blogsport.de Ein weiteres tolles WordPress Blog Sun, 21 Feb 2010 22:49:31 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en 27. / 28. März: Rechtes Märchenland zerlegen! Pro NRW und NPD in Duisburg stoppen! http://asjdu.blogsport.de/2010/02/21/27-28-maerz-rechtes-maerchenland-zerlegen-pro-nrw-und-npd-in-duisburg-stoppen/ http://asjdu.blogsport.de/2010/02/21/27-28-maerz-rechtes-maerchenland-zerlegen-pro-nrw-und-npd-in-duisburg-stoppen/#comments Sun, 21 Feb 2010 22:49:31 +0000 Administrator Allgemein http://asjdu.blogsport.de/2010/02/21/27-28-maerz-rechtes-maerchenland-zerlegen-pro-nrw-und-npd-in-duisburg-stoppen/ Als Teil des emanzipatorischen Antifa-Bündnis „Rechtes Märchenland zerlegen!“ rufen wir dazu auf die geplanten Aktionen von pro NRW und der NPD am 27. und 28. März in Duisburg zu verhindern.

Mobiseite + Aufruf

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Kein rechter Wahlkampfauftakt in Duisburg! http://asjdu.blogsport.de/2010/01/13/kein-rechter-wahlkampfauftakt-in-duisburg/ http://asjdu.blogsport.de/2010/01/13/kein-rechter-wahlkampfauftakt-in-duisburg/#comments Wed, 13 Jan 2010 14:59:42 +0000 Administrator Allgemein http://asjdu.blogsport.de/2010/01/13/kein-rechter-wahlkampfauftakt-in-duisburg/ Der März wird heiß. Die rechtspopulistische „Bürgerbewegung pro NRW“ kündigt für das letzte März Wochenende eine „internationale Konferenz für die Einführung eines Minarettverbots“ an. Höhepunkt soll ein „Sternmarsch“ am 28. März auf die Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh sein. Eine Anmeldung der Veranstaltung mit Abschlußkundgebung vor der Moschee von 11h bis 19h liegt der Polizei bereits vor. Ganz in der Tradition der bereits gefloppten „Anti-Islamisierungs Kongresse“ in Köln erwartet Pro-NRW „bis zu 2000 Teilnehmern aus ganz Europa“ (1). Die eigentliche Konferenz soll am 27. März mit „hochkarätigen Politikern“(1) aus dem rechtspopulistischen Spektrum Europas in einer „bekannten Ruhrgebietsmetropole“(1) stattfinden. Für den Vortag sind 6 „Mahnwachen“ vor Moscheen, islamischen Gemeinden und einem Bildungs- und Integrationszentrum geplant.(2)
‚Was Pro-NRW kann, können wir schon lange‘ dachte sich der Landesverband NRW der NPD offensichtlich auf die Presseveröffentlichungen von „Pro NRW“ und sprang auf den gleichen Zug auf: Man plane ebenfalls „am 27./28.03.2010 zwei öffentlichkeitswirksame Aktionen in der Rhein-Ruhr Metropole Duisburg“. Höhepunkt soll ebenfalls eine Demonstration am 28. März in Duisburg mit dem Motto „Der kulturellen, ethnischen und religiösen Überfremdung unserer Heimat entgegentreten – Keine islamische Machtsymbolik in unseren Städten und Gemeinden!“ sein. Am 27. März will die NPD NRW eine Kundgebung vor der Merkez-Moschee durchführen.

Da die „Kameraden“ offensichtlich Probleme mit dem Gedächtnis haben, hier eine kleine Auffrischung: Schon 2005 versuchten Neonazis aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“ und der NPD gegen den Bau der Merkez-Moschee demonstrieren. Das ging aber ziemlich in die Hose und nach nicht mal 150m war Schluss. Wer zweimal den selben Fehler macht, der hat auch nichts anderes verdient!

Wir werden euch an dieser Stelle weiter über die Aktionen der Rechten und Gegenaktivitäten informieren.

Keine RechtspopulistInnen und Nazis im Kiez!

Kein rechter Wahlkampfauftakt in Duisburg!

(1) hxxp://www.pro-nrw.org/index.php?option=com_content&view=article&id=1505:hoechste-zeit-aufzuwachen-die-islamisierung-muss-gestoppt-werden&catid=15&Itemid=20
(2) http://nrwrex.wordpress.com/2010/01/11/ruhr-%E2%80%9Epro-nrw%E2%80%9C-wanderzirkus-geht-wieder-auf-tournee/

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Solidarität mit der FAU Berlin! http://asjdu.blogsport.de/2009/12/18/solidaritaet-mit-der-fau-berlin/ http://asjdu.blogsport.de/2009/12/18/solidaritaet-mit-der-fau-berlin/#comments Fri, 18 Dec 2009 21:18:03 +0000 Administrator Allgemein http://asjdu.blogsport.de/2009/12/18/solidaritaet-mit-der-fau-berlin/ Am vergangenen Freitag, den 11.12.2009 erhielt die Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union Berlin das Urteil des Landesgerichtes Berlin – Brandenburg, in dem verkündet wurde, dass sie sich fortan nicht mehr “Gewerkschaft” oder “Basisbewerkschaft” nennen darf. Auf Missachtung des Urteils steht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem halben Jahr, oder ein Geldbetrag in Höhe von 250.000 Euro.

Kläger gegen die FAU Berlin waren die Geschäftsführer Timothy Grossmann und Tobias Hackel des Betriebes der “Neuen Babylon Berlin Gmbh”, gegen deren Betrieb die FAU Berlin seit einigen Monaten einen intensiven Arbeitskampf führt, der über Berlin hinaus intensive Wahrnehmung erfuhr. Während des Arbeitskampfes wurde die FAU Berlin immer wieder Zielscheibe für undemokratische bishin zu reaktionären Interventionen von Organen wie Ver.di vertreten durch Andreas Köhn oder der Linkspartei. 1, 2

Doch die kämpfende Belegschaft und die FAU Berlin im Kino Babylon ließen sich von ihren übermächtigen Konkurrenten wenig beeindrucken und kämpften weiter, mit der Perspektive einen erfolgreichen Arbeitskampf durchzuführen, um schließlich allen zu zeigen, was schon längst hätte auf dem Plan stehen müssen: Die Durchsetzungsfähigkeit und Kompetenz anarchosyndikalistischer und damit auch selbstbestimmter Ideen und Organisation.

Sie trotzten allen Schwierigkeiten, so gut, wie es die Umstände ermöglichten, bis die Damen und Herren der sozialpartnerschaftlichen Agenda nur mit Druck juristischen Beistands Sanktionen gegen die Beschäftigten und die FAU Berlin, die am stärksten aufgestellte Gewerkschaft im Betrieb, erheben konnten, um ihnen so jeglichen Handlungsspielraum zu nehmen – durch Klagewut sollte eine Lähmung erzielt werden. 3

Das Urteil im Oktober sollte nicht die letzte offensive Maßnahme gegen die GewerkschafterInnen sein. Schließlich wurde der FAU Berlin, wie oben erwähnt, unter Androhung von Strafe verboten, sich Gewerkschaft zu nennen. Dies ist nicht nur ein Angriff auf Gewerkschaftsfreiheit und damit die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie man sich organisiert, anstatt dies Funktionärseliten oder Geschäftsführungen zu überlassen, sondern dies ist auch das erste deFacto-Verbot einer gewerkschaftlichen Organisation seit 1933, da das Verbot sich “Gewerkschaft” zu nennen, mehr ist, als nur nicht mehr ein Wort gebrauchen zu dürfen. 4

Jede weitere “gewerkschaftliche Arbeit” ist der FAU Berlin offiziell verunmöglicht. Da sie sich nicht als Gewerkschaft bezeichnen darf, stehen ihr nicht einmal die geringsten Gewerkschaftsrechte zu. Ein Teufelskreis, der nur mehr unterstreicht, dass der Begriff des Verbots zu keinem Zeitpunkt plastisch oder irreal ist, es ist die logische Konsequenz für die Arbeit der FAU, die durch das Urteil ad Absurdum geführt werden soll. Obwohl ihr die Bezeichung per Gericht aberkannt wurde, werden ihre Mitgleider im Betrieb so behandelt wie zuvor, nämlich als Mitglieder der ArbeiternehmerInnenvetretung, die am aktivsten im Betrieb arbeitet.

Somit wird den kämpfenden Aktiven, den Beschäftigen, jegliches Recht entzogen sich gegen miese Arbeitsbedingungen und niedrige Bezahlung zur Wehr zu setzen. Die DGB Gewerkschaften stellen unter diesen Umständen die übrige und einzige Alternative dar. Wie sehr aber der Funktionärsapparat während der Geschichte im Babylon bewiesen hat, wie die Uhren in der Hauptstadt ticken, wird natürlich nicht vom Landesgericht Berlin-Brandenburg in Betracht gezogen – Es war ein erstklassig aufgeführter Krimi der Arbeitskampfgeschichte, in dem mündige und kämpferische Beschäftige, ob ver.di, FAU oder unorganisiert, entmündigt und bekämpft wurden – von allen Seiten – und nach Strich und Faden verarscht und übergangen werden, alles für den guten Ruf eines engagierten “linken” Kinos versteht sich.

Die Geschehnisse, die sich im Babylon abspielen, sind ein bundesweites Zeichen der Organisierungsfrage, die die FAU gestellt hat, als Gewerkschaft aufzutreten und eine Perspektive, abseits des Jochs von DGB-FunktionärInnen und Politzirkus, zu entwickeln, die allen, die ihr Leben selbst gestalten und verwirklichen wollen, nach basisdemokratischen und solidarischen Prinzipien leben und streben und letztendlich die Stärke zu erkennen, erfolgreich gegen Politik und Kapital vorzugehgen. Die Präsenz und die Attraktivität des Kampfes war nicht zu übersehen, und damit konnte auch die FAU nicht länger ignoriert werden – die Folgen sehen wir. Die GegnerInnen dieses Kampfes sind sich natürlich bewusst, wie sehr dieser Kampf in der BRD Schule machen würde. Sie wissen auch, dass es (noch) kein alternatives Bewusstsein zu Sozialpartnerschaft und Postfaschistischen Tendenzen gibt. Ihnen ist bewusst, dass die soziale Lage für viele Menschen immer härter wird, die Lebensbedingungen prekärer und damit unaustehlicher, daher müssen sie als Schergen des Kapitals alle klassenkämpferischen Elemente mit direkter Wirkung unterbinden. Deswegen wissen wir, wie wichtig die Unterstützung für die FAU Berlin ist und wie wichtig es ist, dass die FAU Berlin diesen Kampf erfolgreich weiterführt und gewinnt. Trotz des Verbotes, wurde vom Berliner Senat 30.000 Euro jährlich mehr versprochen, die in die Löhne der Angestellten investiert werden sollen. Ein kleiner Erfolg ist schon spürbar, daher rufen wir auf, die FAU Berlin im Kampf zu unterstützen.

für Gewerkschaftsfreiheit – das Recht der Selbstbestimmung von Organistation und Kampfmittel der ArbeiterInnen
für einen erfolgreichen Arbeitskampf im Kino Babylon
und für viele weitere Arbeitskämpfe in 2,3, vielen neuen “Babylone”

Klassenkampf statt Sozialpartnerschaft.

Solidarität mit der FAU Berlin!

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Block KMK! http://asjdu.blogsport.de/2009/12/06/block-kmk/ http://asjdu.blogsport.de/2009/12/06/block-kmk/#comments Sun, 06 Dec 2009 16:37:01 +0000 Administrator Allgemein http://asjdu.blogsport.de/2009/12/06/block-kmk/

Am Donnerstag, den 10.12.2009, findet die Kultusministerkonferenz (KMK) in Bonn statt.
Dies ist ein Treffen der auf Länderebene verantwortlichzen Minister_innen, die mit ihrer Entscheidungsmacht unser Bildungssystem durch ihre Richtlinien bestimmen.
Diese Institution ist der Adressat für unseren entschlossenen Protest.

Denn Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) und NRW Innovationsminister Pinkwart (FDP) überbieten sich aktuell in Dreistigkeiten, unsere Forderungen des Bildungsstreiks für ihre Zwecke umzuformulieren.
Schavan deutet an, die rechtlich festgeschriebene Bafög Erhöhung vielleicht einmal wirklich durchzuführen und drückt damit das unsoziale Elitenstipendiensystem durch. Pinkwart fordert dass die Studiengebühren in die Ausfinanzierung fehlender Professuren gesteckt werden. Somit würden auch Kernbereiche der Grundfinanzierung dauerhaft aus Studiengebühren geleistet.

Unsere zentralen Forderungen an die KMK lauten daher:

1. Abschaffung der Studiengebühren in jeglicher Form!
Die Ausfinanzierung des Bildungssystems muss durch Bund und Länder geleistet werden. Die neusten Vorstöße der Politik zeigen, dass das Bildungssystem sich immer weiter hin zu einem privat finanzierten Luxus entwickelt. Diese Entwicklung muss gestoppt werden, denn Bildung ist ein Menschenrecht!

2. Abschaffung der modularisierten Bachelor / Master Studiengänge!
Vorläufige Rückkehr zum Magister und Diplom für alle Studierenden und Beginn einer nachhaltigen demokratischen Reformation der alten Studiengänge. Ba/Ma ist gescheitert!

Auch wir und weitere ASJ-Gruppen werden sich an den Protesten in Bonn beteiligen.

Gemeinsame Hinfahrt aus Duisburg und Essen:

Essen: 10h Gleis 7
Duisburg: 10:30h Gleis 3

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Kein Plan. Kein Ziel? Wohin bewegen sich die Studiproteste in Duisburg-Essen? http://asjdu.blogsport.de/2009/11/24/kein-plan-kein-ziel-wohin-bewegen-sich-die-studiproteste-in-duisburg-essen/ http://asjdu.blogsport.de/2009/11/24/kein-plan-kein-ziel-wohin-bewegen-sich-die-studiproteste-in-duisburg-essen/#comments Tue, 24 Nov 2009 22:05:46 +0000 Administrator Texte und Flyer Noteworthy http://asjdu.blogsport.de/2009/11/24/kein-plan-kein-ziel-wohin-bewegen-sich-die-studiproteste-in-duisburg-essen/ Ein kritisch-solidarischer Beitrag der Anarchistisch-Syndikalistischen Jugend Duisburg

Von Anfang an haben Mitglieder der Anarchistisch-Syndikalistischen Jugend (ASJ) Duisburg an den Studierendenprotesten am Campus Duisburg mitgewirkt. Von Anfang an haben wir uns kritisch-solidarisch an den Bildungsstreiks beteiligt. Mit folgendem Text wollen wir unsere Gedanken zu den örtlichen Protesten veröffentlichen. Wir nehmen oft Bezug auf die lokalen Ereignisse, denken aber, dass ein Großteil des Textes auch von allgemeiner Relevanz ist.
Wir wollen hiermit unseren Beitrag zur Diskussion beisteuern und hoffen auf eine konstruktive Debatte. Alle Kritikpunkte beziehen sich auf alle Beteiligten, also auch auf uns als Gruppe und Einzelpersonen. Leider haben wir bisher auch keine Antworten auf die Fragen, die wir stellen. Wir haben aber hoffentlich ein paar wichtige Fragen, die sich alle stellen sollten.

Wie fing alles an?

Die Universität Duisburg-Essen ist eigentlich keine besonders „politische“ Universität. Es gab zwar immer wieder Proteste z.B. gegen die Einführung der Studiengebühren und der Bachelor-/Master-Studiengänge, um 2006, in deren Folge das Rektorat besetzt wurde1. Die letzte „Streikwelle“ ging aber fast spurlos an unserer Universität vorbei. Erst dieses Jahr hat sich die Situation verbessert, in erster Linie durch das Engagement der „AG Bildungsstreik“, eine der wenigen Gruppen, die sich an unserer Uni überhaupt mit dem Bildungsstreik auseinandergesetzt hat.
Die durch den AStA einberufene Vollversammlung am 10. November war von den Organisatoren eigentlich ganz anders geplant: Aus einer internen Mail eines AStA-Referenten ging hervor, dass der „AG Bildungsstreik“ der Wind aus den Segeln genommen werden sollte: „[…] getreu dem Bismarkschen Motto: „lieber [!] Revolution machen, als Revolution erleiden“ nimmt der AStA jetzt das  Heft in die Hand.“ Ein möglicher Bildungsstreik (oder ähnliche Aktionen) sollte dadurch verhindert werden: „Es darf […] nicht zu nachhaltigen Behinderungen des Universitätsbetriebs kommen“, es sollte lediglich „ein Forum zur Information, Kommunikation und Diskussion“ geschaffen werden.

Irgendwie kam es dann doch anders. Auf den Vollversammlungen in Duisburg und Essen gab es recht harsche Kritik am Vorgehen des AStAs, in viele Redebeiträgen wurde Solidarität mit den kämpfenden Studierenden weltweit eingefordert, sowie die Beteiligung an der Protestbewegung mittels eigener Aktionen. Letztendlich stimmte die überwältigende Mehrheit der Anwesenden (sowohl in Duisburg als auch in Essen) einer Besetzung des jeweiligen Audimaxes zu.

Die Proteste und was da schief lief

Unmittelbar nach den Vollversammlungen wurden das Audimax in Duisburg und das in Essen besetzt. Bis zum darauffolgenden Freitag (14.11) hielt die Besetzung an. Am Freitag Abend folgten die BesetzerInnen – mehr oder weniger – dem Ultimatum des Rektors und lösten die Besetzung friedlich auf.
Wir wollen an dieser Stelle nicht groß auf den verschiedensten Sachen, die wir kritisch sehen, herumreiten, da wir in erster Linie an der Diskussion über die Zukunft unserer Aktivitäten interessiert sind. Einige Dinge müssen dafür aber einfach mal genannt werden:

Der Rektor, unser bester Freund?
Dem Rektor wurde deutlich zu viel Platz zugestanden. Die Podiumsdiskussion, am Mittwoch, kann als kreative Aktionsform vielleicht noch durchgehen, allerdings haben wir dadurch auch nichts Neues -außer den üblichen Beschwichtigungen- gehört. Uns ist es absolut schleierhaft, wieso der Rektor trotzdem zur Pressekonferenz der BesetzerInnen eingeladen wurde! Dadurch haben wir ihn in seiner Rolle sowohl gestärkt, als auch legitimiert!

Entscheidungsfindung und Struktur
Ohne einen (transparenten) Beschluss konnte sich eine Art „SprecherInnenrat“ bilden. Dadurch, dass ein Kommilitone größtenteils die Moderation übernahm, wurde dieser sowohl von den Medien als auch von vielen Studierenden als Sprecher wahrgenommen. In Zukunft sollten wir gegen solche Entwicklungen stärker ankämpfen, auch sollten wir uns weder zurücklehnen und Arbeit auf „SprecherInnen“ etc. abwälzen, noch sollten wir andere in diese Rollen zwingen oder diese zulassen.
Desweiteren wurden so gut wie alle Entscheidungen durch einfache Mehrheitsabstimmungen gefällt. Wenn wir eine „Demokratisierung der Universität“ einfordern, sollten wir uns auch überlegen, wie wir unsere internen Entscheidungsprozesse möglichst demokratisch gestalten können. Konsensentscheidungen wären dafür besser geeignet.

Bildung im luftleeren Raum?
Die Kritik der Protestierenden hebt immer wieder in ihren Forderungen und Slogans den Begriff einer alles umfassenden, neutralen, unbeeinflussten Bildung hervor. Diesen Bildungsbegriff halten wir für problematisch:
Bildung muss immer im gesellschaftlichen Rahmen gedacht werden. Im Kapitalismus muss Bildung zwangsläufig die Wirtschaft mit einbeziehen sonst würde sie ihren Zweck (= Schaffung von gebildeten ArbeiterInnen) nicht erfüllen.
Bildung ist deshalb immer auch Produkt der herrschenden Verhältnisse. Im Zeitalter der Industrialisierung beispielsweise wurden andere Inhalte hervorgehoben als im 3. Reich. Die Bildungssysteme waren schon immer den Einflüssen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sphären ausgesetzt.

Fordern wir also wirklich eine Nicht-Beeinflussung des Bildungssystem durch die Wirtschaft, oder stört uns die Art und Weise, wie die Wirtschaft organisiert ist? In einer emanzipatorischen Gesellschaft muss doch auch die Art und Weise des Wirtschaftens emanzipatorisch organisiert werden.
Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Bleibt die „neue“ Studentenbewegung dabei, nur mit Worthülsen um sich zu werfen oder beginnt sie, sich und ihre Kritik in einen breiteren, gesamtgesellschaftlichen Kontext einzuordnen?
Für Bildung brauchen wir weder eine Universität, noch einen Staat! Und wir brauchen dafür auch keine Sitzbänke! Umso trauriger finden wir es, dass die Chance zur selbstorganisierten Bildung während der Besetzung so gut wie gar nicht wahrgenommen wurde.

Die bösen Radikalen?
Auch jetzt können wir das Geschreie von Weitem hören: AnarchistInnen! SyndikalistInnen! Radikale! In den letzten Wochen mussten wir leider immer wieder feststellen, dass die Akzeptanz für Positionen die über den üblichen (und ehrlich gesagt oft todlangweiligen) Protestzirkus hinausgehen, sehr niedrig ist. Viele Leute, die jetzt vielleicht zum ersten Mal überhaupt auf Demos gehen und an den Aktionen teilnehmen (und natürlich die „politische Elite“ um die etablierten Parteien), grenzen sich geradezu beißreflexartig von Allem ab, was radikal erscheint.
Dabei scheinen Viele gar nicht so recht zu wissen, vor was sie da eigentlich Angst haben. Wir alle haben so angefangen, wie Viele es jetzt tun. Irgendwann haben wir festgestellt das uns verschiedenste Sachen nicht gefallen, dass wir uns nicht mit den gegebene Umständen zufrieden stellen lassen. Irgendwann haben wir für uns festgestellt, dass viele Dinge, die uns missfallen, nur Teile von etwas Größerem sind. Das größere Ganze können wir für uns als Staat und Kapital benennen.

Radikal zu sein hat nichts mit Gewalt zu tun.
Radikal zu sein bedeutet, die Probleme, die wir sehen, nicht oberflächlich zu behandeln. Radikal zu sein bedeutet, die Gründe für diese Probleme zu suchen und an der Wurzel (= lat. radix) dieser Probleme anzupacken.
Radikal zu sein bedeutet, sich nicht auf PolitikerInnen, RektorInnen oder sonstige Herrschaften zu verlassen.

Wir sind Studierende, wie alle anderen auch. Wir sehen uns als Teil der Bewegung, werden uns aber auch nicht länger in die Anonymität zurückziehen, wie wir es in den letzten Woche getan haben. Und wir fordern, auf gleicher Augenhöhe diskutieren zu können. Lasst eure Vorurteile da wo sie hingehören: Auf dem Müllhaufen!

Das Konzept Bildungsstreik ist zum Scheitern verurteilt!

Der Bildungsstreik ist in erster Linie ein Event. So viel, aber mehr auch nicht.
Dieser Event-Charakter ist, wenn überhaupt, dazu geeignet Öffentlichkeit herzustellen. Es bleibt aber dabei: Alle paar Monate wird für ein paar Aktionen mobilisiert, das raubt enorme Kräfte und über die Aktionswochen hinaus geschieht wenig Langfristiges. Die Bewegung in Duisburg-Essen zumindest scheint uns zur Zeit in einen beinahe wahllosen Aktionismus zu verfallen.

Keine Alternativen?

Doch. Wir denken, es muss Alternativen geben zu einem ziellosen Aktionismus. Zumindest wir wollen uns nicht mit einer eventuellen Bafög-Erhöhung oder Gesprächsbereitschaft des Rektors oder einer transparenteren Ausgabe der Studiengebühren abfinden. Wir wollen uns allgemein darüber Gedanken machen, wie und was wir lernen und vor Allem, wie wir leben wollen.
Was wir brauchen sind langfristig angelegte, basisdemokratische Strukturen an den Universitäten und auch in allen anderen Teilen unseres Lebens.
Wir brauchen Basisgruppen in den verschiedenen Studiengängen, die zusammen ein starkes, solidarisches und kämpferisches Netzwerk bilden! Nur so können wir uns von den eingefahrenen Strukturen wie dem AStA und den vielen Ausschüssen, in denen wir als Studierende sowieso kaum etwas zu melden haben, emanzipieren!
Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass sich „schon was bewegt, wenn wir laut genug sind“, das wird nur zu einem endlosen Aktionsmarathon führen, an dessen Ende entweder viele Leute ausgebrannt sind oder sich zurückziehen „weil es ja eh nix bringt“.

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25.11: Bildungsstreik-Demo gegen Repression in Duisburg! http://asjdu.blogsport.de/2009/11/24/2511-bildungsstreik-demo-gegen-repression-in-duisburg/ http://asjdu.blogsport.de/2009/11/24/2511-bildungsstreik-demo-gegen-repression-in-duisburg/#comments Mon, 23 Nov 2009 23:06:19 +0000 Administrator Allgemein Termine http://asjdu.blogsport.de/2009/11/24/2511-bildungsstreik-demo-gegen-repression-in-duisburg/ Aufgrund der Ereignisse der vergangenen Tage (insbesondere die Kesselung und Festnahme von mehr als 150 SchülerInnen und Studierenden auf der Bildungsstreik-Demo am vergangen Dienstag in Essen) wird für den kommenden Mittwoch (25.11) zu einer Demonstration aufgerufen. Treffpunkt ist um 16h vor dem Audimax am Campus Duisburg. Im folgenden dokumentieren wir den Aufruf:

Aufruf zur NRW weiten Bildungsstreik Demonstration gegen Repression, am Mi. 25.11 in Duisburg. Treffpunkt: 16h Campus Uni-Duisburg

Von allen Seiten erhält der Bildungsstreik Zuspruch. Kaum ein Politiker traut sich noch die Probleme im Bildungssystem zu bestreiten. Doch weisen alle die Verantwortung von sich und leisten lediglich Lippenbekenntnisse. Hinter dieser freundlichen Maske für die Öffentlichkeit wird allerdings mit gröbster Gewalt versucht den Protest nieder zuschlagen. An vielen Orten die gleichen Bilder:
In Essen wurden aus einer friedlichen Spontandemonstration zum Bildungsstreik heraus Leute von Polizisten verprügelt und festgenommen. Es gab einen Kessel mit über 150 Menschen zum Teil unter 14 Jahre alt, die Gewaltausbrüche der Polizisten vor Ort waren für viele traumatisch.
In Düsseldorf ruft der Schulleiter der Hulda-Pankok Gesamtschule, Heinz Gniostko, eine Einsatzhundertschaft, um seine SchülerInnen mit Gewalt aus der Schule entfernen zulassen. Diese hatten symbolisch ihre Aula besetzt und wollten dort Diskussionsveranstaltungen organisieren.
Die Liste der gewalttätigen Übergriffe ließe sich lange fortsetzen. An vielen besetzten Unis setzt die Hochschulleitung auf Polizeigewalt und Strafanzeigen, statt auf Argumente.

Zum einen kann dies als ein völliges Versagen von (Hoch-)Schulleitungen und der Polizei verstanden werden. Allerdings wiederholen sich die Fälle zu oft. Das Vorgehen hat Methode. Es ist Aufgabe der Verantwortlichen in Bildungsinstitutionen und Polizei den Status Quo zu schützen. Öffentlich spricht man sein Verständnis aus, hinter den Kulissen aber versucht man die Protestierenden zu spalten und zu Kriminellen zu erklären. Jene, die sich nicht einschüchtern lassen werden mit Polizeieinheiten konfrontiert, die dazu ausgebildet wurden, Aufstände nieder zuschlagen. Die traumatischen Gewalterfahrungen sollen jungen Menschen, die es mit der Meinungsfreiheit zu Ernst nahmen, den Mut nehmen.
Hier offenbart sich, dass unsere Demokratie dort endet, wo der Protest einen Punkt erreicht, an dem er in der Lage ist die bestehende Situation tatsächlich nachhaltig zu verändern. Diese Erfahrung ist erschreckend und wir können diesen Zustand nicht länger hinnehmen!
Der Bildungsstreik Forderungskatalog zielt im Kern darauf ab die Selbstbestimmungs- und Demokratiefähigkeit jedes Menschen zu entwickeln. Diese müssen nun auch gegen Kriminalisierung und Polizeigewalt geschützt werden.

Daher demonstrieren wir:

-für eine Aufklärung des von der Presse so genannten „Essener Kinderkessel“
-für eine strafrechtliche Amnestie aller im Zuge des friedlichen Bildungsstreiks angeklagten in NRW und bundesweit, sowie unserer Komilitoninnen und Komilitonen international
-wir fordern ein Kennzeichnungsnummer für Polizisten, gut sichtbar auf ihrer Dienstuniform, damit Polizisten, die im Dienst gewalttätige Übergriffe begehen, im Nachhinein auch belangt werden können.

-von der Politik und Hochschulleitungen fordern wir weiterhin ein Eingehen auf unsere Hauptforderung: Eine freies ausfinanziertes Bildungssystem für Alle!
Bildung ist ein Menschenrecht – Wir geben uns nicht mit kleinen Retouchierungen zufrieden!

Daher kommt alle zur NRW landesweiten Bildungsstreik Demonstration gegen Repression nach Duisburg!

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Kein Naziaufmarsch am 28.11 in Recklinghausen! http://asjdu.blogsport.de/2009/11/22/kein-naziaufmarsch-am-2811-in-recklinghausen/ http://asjdu.blogsport.de/2009/11/22/kein-naziaufmarsch-am-2811-in-recklinghausen/#comments Sun, 22 Nov 2009 15:38:15 +0000 Administrator Termine http://asjdu.blogsport.de/2009/11/22/kein-naziaufmarsch-am-2811-in-recklinghausen/ Am 28.11 wollen Neonazis in Recklinghausen eine Demonstration durchführen. Dies ist der letzte größere Aufmarsch in diesem Jahr. Also nix wie hin und verhindern! Am Vortag (27.11) wird es um 18h eine Vorabenddemo geben. Weitere Informationen findet ihr auf der Mobilisierungsseite:

Die ASJ Herne/Recklinghausen mobilisiert mit einem eigenen Aufruf zur Vorabenddemo am 27.11:

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Audimax an der Uni Duisburg besetzt! http://asjdu.blogsport.de/2009/11/10/audimax-an-der-uni-duisburg-besetzt/ http://asjdu.blogsport.de/2009/11/10/audimax-an-der-uni-duisburg-besetzt/#comments Tue, 10 Nov 2009 14:27:11 +0000 Administrator Allgemein http://asjdu.blogsport.de/2009/11/10/audimax-an-der-uni-duisburg-besetzt/

Nach den Vollversammlungen in Duisburg und Essen wurden soeben der Audimax am Campus Duisburg und Essen besetzt. Erst Arbeitsgruppen wurden bereits gegründet und nehmen die Arbeit auf. Um Vorfeld hat es bereits kontroversen über die Beweggründe des Astas, eine Vollversammlung durchzuführen, gegeben. Die ver.di Hochschulgruppe hat eine E-Mail eines Asta referenten veröffentlicht indem dieser die Beweggründe des Astas darlegt.

Wir werden euch an dieser Stelle auf dem laufenden halten. Aus dem Umfeld der ASJ twittert BRiB.

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9.10, Haltern: Gegen die Militarisierung der Gesellschaft http://asjdu.blogsport.de/2009/10/04/910-haltern-less-more-trim-untrim-a-aelter-home-lade-neuer-a-gegen-die-militarisierung-der-gesellschaft/ http://asjdu.blogsport.de/2009/10/04/910-haltern-less-more-trim-untrim-a-aelter-home-lade-neuer-a-gegen-die-militarisierung-der-gesellschaft/#comments Sun, 04 Oct 2009 20:35:48 +0000 Administrator Termine http://asjdu.blogsport.de/2009/10/04/910-haltern-less-more-trim-untrim-a-aelter-home-lade-neuer-a-gegen-die-militarisierung-der-gesellschaft/ Am 9.10. will sich die Bundeswehr in Haltern am See bei einem Großen Zapfenstreich in die Mitte der Gesellschaft feiern. Zunehmend dringt sie in zivilgesellschaftliche Bereiche vor, etwa als Arbeitgeber in den Arbeitsargenturen, als Staatsgewalt bei Demonstrationen wie 2007 in Heiligendamm und nicht zuletzt in Selbstinszenierungen wie öffentlichen Gelöbnissen oder eines Großen Zapfenstreichs in der dafür abgesperrten Halterner Innenstadt.

Je weiter sich die Bundeswehr in internationale Konflikte einmischt, um einen für die BRD positiven Ausgang herbeizuführen, gerät sie in das Fadenkreuz unterschiedlichster Gruppen mit jeweiligen Eigeninteressen. Dringend benötigt sie daher eine bessere moralische Unterstützung an der Heimatfront und muss ihr miefiges Image hin zu einer modernen Truppe aufwerten, um den Großmachtavancen der BRD gerecht zu werden und ihren Platz in der deutschen Gesellschaft zu finden. Denn das, was dem bürgerlichen Individuum in der kapitalistischen Konkurrenz innerhalb eines Staates verwehrt bleibt, gehört in der internationalen Staatenkonkurrenz zum guten Ton; wer nicht gerade nützlich für die eigene nationale Profitmaximierung aufgestellt ist, kann notfalls auch militärisch geordnet und in den international geregelten Waren- und Kapitalverkehr eingegliedert werden.

Um eine im deutschen Interesse (mit-)geordnete Welt und die Ideologie von Staat und Nation, Ordnung und Gehorsam zu sabotieren, gilt es, dem Auftreten der Bundeswehr überall und stets entsprechend entgegenzutreten. Haltern sei „nicht für Proteste bekannt“, wähnen sich die Organisatoren des Zapfenstreichs in Sicherheit.

Dass man sich auf Haltern nicht verlassen kann, wenn es darum geht, Nationalisten und anderen kritikwürdigen Zusammenkünfen wenig gastfreundlich gegenüber zu stehen, wissen auch wir.

Protestiert daher mit uns gegen die Militarisierung der Gesellschaft, BRD-Weltordnungsinteressen und die zweifelhafte Traditionspflege der Bundeswehr !

09.10.2009 || 17:30h || Haltern Bahnhofsvorplatz
Infos: http://9oktober.blogsport.de

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Bericht zur antinationalen und libertären Vorabenddemo am 4. September 2009 in Dortmund http://asjdu.blogsport.de/2009/09/09/bericht-zur-antinationalen-und-libertaeren-vorabenddemo-am-4-september-2009-in-dortmund/ http://asjdu.blogsport.de/2009/09/09/bericht-zur-antinationalen-und-libertaeren-vorabenddemo-am-4-september-2009-in-dortmund/#comments Wed, 09 Sep 2009 16:06:21 +0000 Administrator Berichte http://asjdu.blogsport.de/2009/09/09/bericht-zur-antinationalen-und-libertaeren-vorabenddemo-am-4-september-2009-in-dortmund/
Im Kontext der Aktivitäten gegen den “nationalen Antikriegstag” der Dortmunder Neonazis wurde dieses Jahr am 4.9 zu einer Vorabenddemo unter dem Motto „Nationalismus überwinden – Grenzen einreißen!“ aufgerufen, an der sich nach verschiedenen Schätzungen zwischen 800 und 1.200 Menschen beteiligten.

Organisiert wurde die Demonstration von den „Ums Ganze“ Gruppen NRW und der Gruppe Antifaschistischer Impuls Dortmund mit dem Aufruf “Der Hauptfeind ist das eigene Land” sowie der Anarchistisch-Syndikalistischen Jugend NRW mit dem Aufruf “Nationalismus überwinden – Grenzen einreißen!”.

Gegen 18h sammelten sich die TeilnehmerInnen oberhalb der Freitreppen am Dortmunder HBF. Allerdings wurde der Lautsprecher-Wagen kurz vor dem Startpunkt von der Polizei gestoppt und unter fadenscheinigen Gründen aufgehalten. Die DemonstrationsteilnehmerInnen konnten aber vom Startpunkt zum Platz des Amiens mobilisiert werden, wo der Lauti von der Polizei durchsucht wurde. Nach einigen Minuten konnte ein so großer Druck aufgebaut werden, dass die Polizei keine andere Wahl hatte, als die Demonstration loslaufen zu lassen.

Begonnen wurde mit einem Redebeitrag der antimilitaristischen Gruppe “Bundeswehr wegtreten!” in dem speziell auf die Militarisierung der Gesellschaft und dem Profit deutscher Unternehmen an Kriegen eingegangen wurde. Nach einem weiteren Redebeitrag der FAU Münster, welcher sich um die Auswirkungen der aktuellen kapitalistischen Krise und Nationalismus auseinandersetzte, startete die Demonstration lautstark.

Die Demonstration führte durch die Innenstadt in Richtung Ostwall. Von dort ging es im Bogen zurück durch die Innenstadt Richtung Katharinentreppen. Die Demonstration war kraftvoll und fiel besonders durch viele schwarz/rote Fahnen auf. Die Teilnehmer/innen riefen Parolen, wie “Generalstreik”, Antifaschismus kann nicht staatlich sein, nieder mit Nationen, nieder mit Parteien“, oder was macht dem Rassisten Dampf- Klassenkampf, welche noch einmal den anarchistisch-syndikalistischen Anstrich der Demonstration unterstrichen.

Am Endkundgebungsort (Freitreppen) hielt ein Vertreter der ASJ-NRW einen Redebeitrag in dem auf das Motto der Demonstration eingegangen und eine positive sozialrevolutionäre Position dargestellt wurde. Es folgte ein Redebeitrag der Autonomen Antifa [f] zur Kritik des Nationalismus und einer Kritik eines bloß nur noch identitären Verständnisses der Funktionsweisen von Staat, Nation und Kapital im Allgemeinen sowie des aktuell hegemonialen Nationalismus imBesonderen bei Teilen der radikalen Linke.

Die Vorabenddemo endete schließlich gegen 22h nachdem die zwei Bands Susanne Blech und Telemarker vor ca. 250 Leuten für eine kulturelle Abrundung sorgten. Zwischen der Umbaupause wurde das Publikum außerdem in einem kurzen Beitrag der „Antifaschistischen Union Dortmund“ über die Dortmunder Neonazi Szene informiert.

Die Aufrufenden Gruppen zeigen sich zufrieden mit dem Ablauf. “Unsere Erwartungen wurden voll und ganz Erfüllt” so eine Sprecherin der ASJ-NRW. Außerdem sei man erfreut endlich wieder eine große Demonstration, mit antinationalen und libertären Charakter und abseits der Grabenkämpfe, im Ruhrgebiet durchgeführt zu haben, so die Sprecherin weiter.

“Einen so großen schwarz/roten Block habe ich seit langem nicht gesehen, auch nicht auf der Demonstration am 28.03.2009 in Frankfurt”, erzählte ein Sprecher der FAU Region West, “ diese freudige Ereignis gibt uns Mut und Selbstvertrauen für die Zukunft, vor allem im Ruhrgebiet. Wir freuen uns darüber, dass es die ASJ geschafft hat, trotz aller Diffamierungen und politischem Druck aus allen radikalen Lagern, die Demonstration ohne Störungen durch eins der beiden Lager erfolgreich durchzuziehen.“

Anna Müller vom Antifa AK Köln ergänzte: „ Wir sind mit der TeilnehmerInnenzahl und dem politischen Ausdruck der Demonstration zu frieden. Natürlich wünschen wir uns immer dass „mehr geht“, aber Radikalität bemisst sich nun mal nicht in der Anzahl geworfener Steine, sondern in der inhaltlichen Begründung seiner Politik. Insofern war die Demonstration richtig, nicht nur gegen Nazis und Krieg, sondern die allgemeinen Funktionsprinzipien von Staat, Nation und Kapital ins Visier zu nehmen.“

Entgegen aller unbestätigten Vorurteile, die Demo sei von antideutschen “unterwandert”, dominierte der antinationale und libertäre Charakter der Demonstration, nicht nur durch ihre Erscheinung, sondern auch durch die Redebeiträge und Parolen.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei allen Menschen bedanken die an der Demonstration teilgenommen haben. Auch möchten wir uns für Unterstützung der FAU Region West, der Antifa [F], der ASJ Berlin, der FAU Frankfurt und der Gruppe „Bundeswehr wegtreten!“ bedanken.

Bilder: Indymedia

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