Anarchistischer Kongress in Berlin verboten

Es hätte so unklompliziert werden können: Für das Wochenende vom 10.-13.April war der „Anarchistische Kongress 2009″ angekündigt. Es waren mehr als 40 Workshops und andere Veranstaltungen geplant, erwartet wurden bis zu 500 TeilnehmerInnen, stattfinden sollte das Ganze in den Räumen der Technischen Universität Berlin. Doch das ist jetzt von der Uni-Leitung verboten worden, nachdem die Presse (wie nicht anders zu erwarten vor allem aus dem Hause Springer) eine Hetzkampagne gegen diesen so genannten „Chaoten-Kongress“ gestartet hatte.

In der „Berliner-Zeitung“ drehte sich sogar der Leitartikel (zur Unterhaltung hier) um den Kongress. Darin findet sich, neben dem eigentlich abwegigen, aber scheinbar nicht tot zu kriegenden Vorurteil Anarchie sei Chaos, auch eine Liste mit den „9 absurdesten Seminaren auf dem Anarcho-Kongress“. Dass die dort genannten Titel alles andere als absurd sind, zeigt auf welch lächerlich niedrigem Niveau die Arbeit dieses Verlages stattfindet. Umso erschreckender ist, welchen Einfluss er hat.

Der Kongress muss jetzt dezentral stattfinden, was vermutlich zur Folge hat, dass einige Veranstaltungen ausfallen werden. Die Dummheit hat wieder einmal gesiegt. Dabei hätten gerade die BZ Redakteure es nötig gehabt zu lernen, dass sie Anarchie mit Anomie verwechseln, der Abwesenheit jeglicher Regeln und Ordnung. Anarchie hingegen ist die Utopie einer herrschaftslosen Gesellschaft, in der die Menschen in Freiheit und Solidarität zusammenleben und ihre Angelegenheiten basisdemokratisch, ohne Chef oder Führer, regeln. Mit Chaos und Gewalt hat das wenig zu tun.

http://www.akongress.org/