Bericht zur „Wir zahlen nicht für eure Krise!“-Demonstration am 28.03.09 in Frankfurt/M

“Wir zahlen nicht für eure Krise!” – Unter diesem Motto hatte ein breites Bündnis von sozialen Bewegungen, Parteien und Gewerkschaften zu Großdemonstrationen in Frankfurt und Berlin aufgerufen. Etwa 50.000 Menschen folgten dem Aufruf. An parallelen Demos in Madrid und London beteiligten sich weitere Zehntausende, in Frankreich hatte es bereits in der letzten Woche einen Generalstreik anlässlich der Krise gegeben.

Der sozialrevolutionäre und antinationale Block wurden von einem gewaltigen, schwer gepanzerten und bewaffneten Polizeiaufgebot begleitet. Zwischenzeitlich war die Demonstration von so vielen Polizisten umzingelt, dass sie für PassantInnen und die Presse kaum noch zu erkennen war. Dass derartige Mengen an Staatsgeldern auf diese Weise verschwendet wurden, lässt sich wohl nur mit einer steigenden Angst in Politik und Polizei vor einem Anwachsen der Proteste zu einem allgemeinen Aufstand erklären.

Verstärkt haben dürfte diese Angst die Tatsache, dass sich der überwiegende Großteil der TeilnehmerInnen nicht auf die zahmen und reformistischen Forderungen der Veranstalter beschränken wollten. Die Hauptforderung auf Schildern und Transparenten, war nicht eine sozialere Gestaltung des Krisenmanagements, sondern die Abschaffung des Wirtschaftssystems, dass diese Krisen in regelmäßigen Abständen erzeugt. Denn nicht der Kapitalismus ist in der Krise, sondern der Kapitalismus selbst ist die Krise! So beteiligten sich mehrere Tausend Menschen, darunter die ASJ Duisburg, am, von FAU, Antifagruppen, ÖkoLinX und vielen anderen organisierten, sozialrevolutionären Block unter dem Motto “Staat.Nation.Kapital.Scheiße – Für die soziale Revolution”.

Einziger Zwischenfall: Aufgrund dieser Zusammensetzung der Demo kam es auf der Abschlusskundgebung zu teilweise vehementen Unmutsäußerungen, da die Kundgebung ausschließlich von Linkspartei und DGB Gewerkschaften, deren reformistischen Parolen und nationalistischer Standortlogik geprägt war. Als Oskar Lafontaine mit Eiern beworfen wurde, kam es sogar zu körperlichen Angriffen von Linkspartei Mitgliedern auf andere DemonstrationsteilnehmerInnen.

Obwohl der Großteil der Menschen AktivistInnen aus linken Gruppen waren: Es gibt eine wachsende Wut in der Bevölkerung und wenn die Krise erst richtig in Deutschland ankommt, wird diese Wut weiter wachsen. Die antikapitalistische Bewegung hat den Zeitgeist im Rücken und den gilt es zu nutzen, ohne sich vom DGB vereinnahmen zu lassen oder von einer Partei, die schon jetzt die “Einheit der Bewegung” mit Gewalt herzustellen versucht. Es müssen antikapitalistische, anarchistische und sozialrevolutionäre Alternativen in die Öffentlichkeit getragen werden. Das ist am Samstag gelungen. Hoffen wir, dass es so weiter geht.